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Pharmakologische Eigenschaften
Thiamazol hemmt dosisabhängig den Jodeinbau in Tyrosin und die Neusynthese
von Schilddrüsenhormonen. Diese Eigenschaft ermöglicht die symptomatische
Therapie der Schilddrüsenüberfunktion, unabhängig von ihrer
Ätiologie. Ob Thiamazol darüber hinaus bei der immunologisch
bedingten Form der Hyperthyreose (Morbus Basedow) den "natürlichen
Verlauf" der Erkrankung beeinflußt, also den zugrunde liegenden immun-pathogenetischen
Vorgang unterdrückt, läßt sich zur Zeit noch nicht mit
Sicherheit entscheiden. Nicht beeinflußt wird die Freisetzung der
bereits synthetisierten Schilddrüsenhormone. Hierdurch erklärt
sich eine im Einzelfall unterschiedlich lange Latenzperiode bis zur Normalisierung
der Serumkonzentrationen von Thyroxin und Trijodthyronin, und damit bis
zur klinischen Besserung. Nicht beeinflußt wird auch die Hyperthyreose
infol-ge Hormonfreisetzung durch Destruktion von Schilddrüsenzellen,
z. B. nach einer Radiojodtherapie oder bei Thyreoiditis.
Toxikologische Eigenschaften
a) Akute Toxizität
Bei Mäusen beträgt die LD50 bei oraler Gabe von Thiamazil
ca. 800 mg/kg KG, bei Ratten 1250 mg/kg KG.
b) Chronische Toxizitätt
Siehe Ziff. 6, Nebenwirkungen.
c) Mutagenes und tumorerzeugendes Potential
Für Thiamazol liegt keine beurteilbare Mutagenitätsprüfung
vor. Vorläufige Befunde weisen auf ein mutagenes Potential hin.
Es existieren Hinweise auf ein tumorerzeugendes Potential von Thiamazol
bei Ratten und Mäusen. Umfassende Langzeitstudien stehen jedoch aus.
Pharmakokinetik
Die Resorption von Thiamazol erfolgt schnell und vollständig. Nach
Gabe von 9 mg Thiamazol werden innerhalb von 0,4 - 1,2 Stunden maximale
Serumspiegel von 150 ng/ml erreicht. Die Eiweißbindung ist zu vernach-lässigen.
Thiamazol wird in der Schilddrüse angereichert, wo es nur lang-sam
metabolisiert wird, so daß sich trotz schwankender Serumspiegel ein
Konzentrationsplateau ausbildet. Dies führt zu einer Wirkdauer von
fast 24 Stunden für eine Einzeldosis. Die Kinetik des Thiasmazols
ist nach bisheri-gen Erkenntnissen unabhängig von der Schilddrüsenfunktionslage.
Die Eli-minationshalbwertszeit beträgt circa 3 Stunden und ist bei
Leberinsuffizi-enz verlängert. Thiamazol wird sowohl renal als auch
biliär elimiert, die fä-kale Exkretion ist allerdings gering,
was auf einen enterohepatischen Kreis-lauf schließen läßt.
Renal werden innerhalb von 24 Stunden 70% der Sub-stanz ausgeschieden,
davon nur geringe Mengen in unveränderter Form. Über die pharmakologische
Aktivität der Metabolite liegen zur Zeit noch keine Erkenntnisse vor.
Bioverfügbarkeit
Im Jahre 1980 wurde an 6 Struma-Patienten mit euthyreoter Stoffwechsellage
die absolute Bioverfügbarkeit von Levothyroxin aus Euthyrox-100-Tabletten
unter Verwendung von 125Iod-markiertem Levothyroxin untersucht.
Als Maß für die absolute Bioverfügbarkeit gilt das Verhältnis
der Plasmakonzentration-Zeit-Integrale (= Flächen unter den Plasmakonzentrationen-Zeit-Kurven)
AUC nach peroraler (p. o.) und intravenöser (i. v.) Applikation.
Das Ergebnis der absoluten Bioverfügbarkeitsuntersuchung belegt,
daß Levothyroxin aus Euthyrox-100-Tabletten zu 79,6 % verfügbar
ist.
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