Thyrozol
 

Sonstige Hinweise

Die Patienten sollen vor Behandlungsbeginn auf die Symptome einer Agra-nulozytose (Stomatitis, Pharyngitis, Fieber) hingewiesen werden. Sie sollen bei Auftreten dieser Symptome, besonders in den ersten Therapiewochen, das Medikament unverzüglich absetzen und sich zu einer Blutbildkontrolle zum Arzt begeben.

Schwangerschaft und Stillzeit:

Im allgemeinen wird eine Hyperthyreose durch die Schwangerschaft posi-tiv beeinflußt. Trotzdem ist oft, speziell in den ersten Schwangerschafts-monaten, eine Hyperthyreosetherapie erforderlich. Unbehandelte Hyper-thyreosen in der Schwangerschaft können zu schwerwiegenden Kompli-kationen wie Frühgeburten und Mißbildungen führen, aber auch Hypo-thyreosen infolge einer fehldosierten Thiamazoltherapie sind mit einer Neigung zum Abort verbunden.

Thiamazol passiert die Plazentaschranke und erreicht im fetalen Blut glei-che Konzentrationen wie im maternalen Serum, was bei unange-messener Dosierung zu Strumabildung und Hypothyreose beim Feten sowie zu einem erniedrigten Geburtsgewicht führen kann.

Es wurde auch wiederholt über Kinder von mit Thiamazol behandelten Müttern berichtet, die mit einer partiellen Aplasia cutis geboren wurden, die nach einigen Wochen aber spontan abheilte. Eine thyreostatische The-rapie während der Schwangerschaft muß deshalb so niedrig wie möglich durchgeführt werden.

Thiamazol geht in die Muttermilch über und kann dort mütterlichen Serum-spiegeln entsprechende Konzentrationen erreichen, so daß die Gefahr einer Schilddrüsenunterfunktion beim Säugling besteht. Eine niedrig dosierte Therapie unter 10 mg pro Tag kann aber durchgeführt werden. Prophylthio-uracil bietet in der Stillperiode gegenüber Thiamazol den Vorteil einer ge-ringen Sezernierung in die Muttermilch aufgrund einer höheren Eiweiß-bindung im Blut.