Art und Dauer der Anwendung
Die Einnahme erfolgt unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit.
Bei der Initialtherapie der Hyperthyreose sollten die oben angegebenen
Einzeldosien in regelmäßigen Abständen über den Tag
verteilt eingenom-men werden.
Die Erhaltungsdosis kann morgens nach dem Frühstück auf einmal
einge-nommen werden.
Bei der konservativen Behandlung der Hyperthyreose beträgt die
Therapie-dauer im allgemeinen 1/2 bis 2 Jahre (im Mittel 1 Jahr), wobei
statistisch die Heilungswahrscheinlichkeit mit der Behandlungsdauer ansteigt.
Zur Operationsvorbereitung hyperthyreoter Patienten kann die Behand-lung
mit Thiamazol etwa 3 - 4 Wochen vor dem geplanten Operationster-min begonnen
werden (im Einzelfall auch früher) und am Tag vor der Ope-ration beendet
werden.
Bei der Vorbereitung von Patienten mit autonomem Adenom oder latenter
Hyperthyreose vor einer notwendigen Jodexposition richtet sich die Dauer
der Thiamazol - Gabe nach der Verweildauer der jodhaltigen Substanz im
Organismus.
Patienten mit größeren Strumen mit Einengung der Trachea
sollten, wenn, nur kurzfristig mit Thiamazol behandelt werden, da es bei
langfristiger Ga-be zum Strumawachstum kommen kann; gegebenfalls muß
die Therapie besonders sorgfältig überwacht werden (TSH-Spiegel,
Tracheallumen). Die Therapie erfolgt vorzugsweise in Kombination mit Schilddrüsenhormonen.
Notfallmaßnahmen, Symptome und Gegenmittel
Überdosierung führt zu Hypothyreose und durch Rückkoppluingseffekt
zur Aktivierung des Hypophysenvorderlappens mit anschließendem Struma-wachstum.
Vermieden werden kann dies durch rechtzeitige Dosisreduktion bei Erreichen
der euthyreoten Stoffwechsellage und gegebenenfalls in der Zugabe von Schilddrüsenhormon
(s. auch Ziff. 10, Dosierung mit Einzel- und Tagesangaben, und Ziff. 13,
Pharmakologische und toxikologische, ...).
Negative Folgen akzidenteller Einnahmen höherer Thiamazoldosen
sind nicht bekannt.
Bei sehr hohen Dosen (etwa 120 mg Thiamazol pro Tag) sind gehäuft
kno-chenmarkstoxische Nebenwirkungen beschrieben worden. Diese Dosie-rungen
sollten nur besonderen Indikationen vorbehalten sein (schwere Krankheitsverläufe,
thyreotoxische Krise). Das Auftreten einer Kno-chenmarksschädigung
unter der Therapie mit Thiamazol erfordert das Absetzen des Medikaments
und gegebenenfalls das Ausweichen auf ein Thyreostatikum einer anderen
Stoffgruppe.
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