Pharmakologische Eigenschaften
Die in Novothyral enthaltenen Schilddrüsenhormone sind in ihrer Wirkung
mit den von der Schilddrüse gebildeten, natürlich vorkommenden
Schilddrüsenhormonen identisch.
Nach partieller Umwandlung von Levothyroxin in Liothyronin, besonders
in Leber und Niere, und Übertritt in die Körperzellen werden
die charakteristischen Schilddrüsenhormonwirkungen auf Entwicklung,
Wachstum und Stoffwechsel beobachtet.
Toxikologische Eigenschaften
a) Akute Toxizität
Die akute Toxizität von Schilddrüsenhormonen ist sehr gering.
Anläßlich von Vergiftungsunfällen (Suizidversuche) beim
Menschen wurden Dosen bis 10 mg Levothyroxin komplikationslos vertragen.
Mit ernsten Komplikationen wie Bedrohung der vitalen Funktionen (Atmung
und Kreislauf) muß nicht gerechnet werden, es sei denn, daß
eine koronare Herzkrankheit besteht s.auch Ziff. 12, Notfallmaßnahmen,
...
b) Chronische Toxizitätt
Untersuchungen zur chronischen Toxizität wurden an verschiedenen
Tierspezies (Ratte, Hund) durchgeführt. In hohen Dosen wurden Anzeichen
einer Hepatopathie, erhöhtes Auftreten von spontanen Nephrosen sowie
veränderten Organgewichten bei der Ratte gesehen. Beim Hund wurden
keine wesentlichen Nebenwirkungen beobachtet. Mehrere Fälle eines
plötzlichen Herztodes bei Patienten mit langjährigem Schilddrüsenhormon-Abusus
sind beschrieben worden.
c) Mutagenes und tumorerzeugendes Potential
Erkenntnismaterial zum mutagenen Potential von Schilddrüsenhormonen
liegt nicht vor. Es haben sich bisher keine Verdachtsmomente oder Anhaltspunkte
für eine Schädigung der Nachkommenschaft durch Veränderungen
des Genoms durch Schilddrüsenhormone ergeben.
Langzeituntersuchungen am Tier auf ein tumorerzeugendes Potential von
Schilddrüsenhormonen wurden nicht durchgeführt.
d) Reproduktionstoxizität
Schilddrüsenhormone passieren die Plazenta nur zu einem sehr kleinen
unwirksamen Anteil. Nach Injektion von kleinen Dosen (bis 24 mg) von Levothyroxin
in Hühnerembryonen war die Inzidenz von Strophosomie erhöht.
Beim Menschen liegen vielfältige Erfahrungen mit der Therapie mit
Schilddrüsenhormonen in allen Phasen der Schwangerschaft vor: Es existieren
keine Anhaltspunkte für eine toxische Einwirkung auf den Foeten oder
für die Auslösung einer Mißbildung. Erkenntnismaterial
über Schädigungen der männlichen oder weiblichen Fruchtbarkeit
liegen nicht vor. Es existieren keinerlei Verdachtsmomente oder Anhaltspunkte.
Pharmakokinetik
a) Levothyroxin
Oral appliziertes Levothyroxin wird in deutlicher Abhängigkeit
von der Art der galenischen Zubereitung bis zu maximal 80 % bei Nüchterneinnahme
vorwiegend aus dem Dünndarm resorbiert. Maximale Plasmaspiegel werden
ca. 6 Stunden nach der Einnahme erreicht. Der Wirkungseintritt erfolgt
bei Beginn einer oralen Therapie nach 3 - 5 Tagen. Das Verteilungsvolumen
errechnet sich auf 1/2 Liter/kg KG. Levothyroxin ist zu mehr als 99 % an
Plasmaproteine gebunden. Die metabolische Clearance liegt bei etwa 1,2
Liter Plasma pro Tag, der Abbau erfolgt hauptsächlich in Leber, Niere,
Muskel und Gehirn.
b) Liothyronin
Oral appliziertes Liothyronin wird zu 78-95 % vorwiegend aus dem Dünndarm
resorbiert. Das Wirkungsmaximum nach einmaliger Gabe von Liothyronin wird
nach 2-3 Tagen erreicht. Durch die im Vergleich zu Levothyroxin etwas niedrigere
Plasma-Eiweißbindung erklärt sich die höhere metabolische
Clearancerate von etwa 15 Liter Plasma pro Tag. Der Abbau erfolgt zum größten
Teil in Leber, Niere, Muskel und Gehirn.Schilddrüsenhormone erscheinen
wegen der hohen Proteinbindung nur in geringen Mengen im Hämodialysat.
Bioverfügbarkeit
Für Levothyroxin-Natrium wurde mit 1 Euthyrox-100-Tablette bei Nüchterneinnahme
eine Bioverfügbarkeit von 79,6 + 3 % ermittelt. Liothyronin-Natrium
wird zu 78-95 % resorbiert.
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