Jodid
 

Pharmakologische Eigenschaften

Eine ausreichende Jodzufuhr ist Voraussetzung für die körpereigene Synthese der Schilddrüsenhormone und für die normale Funktion und Morphologie der Schilddrüse. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation liegt der Jodbedarf von Erwachsenen bei 150 - 300 µg täglich. In der Bundesrepublik Deutschland ist die tägliche Jodzufuhr erheblich geringer: Sie liegt bei Erwachsenen zwischen 50 und 70 µg und bei Schulkindern zwischen 15 und 42 µg. Unzureichende Jodzufuhr ist eine potentielle Krankheitsursache, die zu endemischem Kropf und im Extremfall zum angeborenen Kretinismus führen kann. Jodid 100/200 µg dient der Jodidsubstitution und soll den Folgen einer unzureichenden Jodidzufuhr vorbeugen bzw. diese behandeln.
 
 

Toxikologische Eigenschaften

a) Akute Toxizität
Die akute Toxizität von Kaliumjodid wurde nach intraperitonealer und oraler Applikation an Mäusen und bei oraler Zufuhr an Ratten untersucht.

Bei Mäusen betrugen die LD50-Werte bei intraperitonealer Injektion 1117 ± 30 mg/kg KG, bei oraler Zufuhr 2068 ± 140 mg/kg KG. Bei Ratten betrugen die LD50-Werte bei oraler Zufuhr 2779 mg/kg KG. Die Vergiftungssymptome waren bei beiden Tierspezies unspezifisch.

Insgesamt kann Kaliumjodid als eine akut relativ untoxische Substanz charakterisiert werden.

b) Toxizität bei wiederholter Applikation
Tierexperimentelle Untersuchungen zur subakuten und chronischen Toxizität von Kaliumjodid liegen nicht vor.

c) Reproduktionstoxizität:
Untersuchungen über den Einfluß der erhöhten Jodzufuhr mit der Nahrung während der Gravidität wurden bei Kaninchen, Hamstern, Ratten, Nerzen und Schweinen durchgeführt.

Ein Einfluß auf Wurfgröße oder Mortalität der Neugeborenen konnte bei einzelnen Tierspezies erst dann nachgewiesen werden, wenn die Jodkonzentrationen der Diäten um 2 - 3 Zehnerpotenzen über dem normalen Jodgehalt des Tierfutters lagen (Kaninchen) oder um den Faktor 4 - 8 gegenüber der normalen Jodzufuhr erhöht waren (Nerze).

d) Mutagenität, Kanzerogenität:
Nach den Untersuchungen an verschiedenen Testsystemen unter Verwendung von Kaliumjodid in Konzentrationen zwischen 100 µg und 100 mg/l ist zu folgern, daß Kaliumjodid keine biologisch relevante mutagene oder karzinogene Wirksamkeit besitzt.
 
 

Pharmakokinetik

Jodid wird in allen Abschnitten des Darmes, vorzugsweise aber im Dünndarm, nahezu vollständig resorbiert. Nach der Resorption verteilt es sich innerhalb von 2 Stunden gleichmäßig auf den Extrazellulärraum, wobei neben der Schilddrüse und der Niere auch einige andere Organe, wie Magen-, Brust- und Speicheldrüsen, Jodid aufnehmen. Quantitativ ist die von diesen Organen aufgenommene Jodidmenge jedoch sehr gering: Etwa 3/4 des gesamten Körperjods von 10 - 20 mg finden sich in der Schilddrüse.

Die Jodidausscheidung erfolgt hauptsächlich über die Niere mit dem Urin, in geringerem Umfang auch mit dem Schweiß und den Faeces.
 
 

Bioverfügbarkeit

Untersuchungen zur Bioverfügbarkeit wurden mit Jodid Tabletten nicht durchgeführt, da von einer praktisch 100prozentigen Bioverfügbarkeit von KaliumJodid ausgegangen werden kann.