Aufklärung über Jodmangel
Das mobile Labor fährt
durch Indonesien
Inmitten der zur Zeit in
Indonesien herrschenden wirtschaftlichen Turbulenzen und dem damit einhergehenden
Rückgang der Geschäftsaktivitäten auch bei zahlreichen pharmazeutischen
Unternehmen stellt das ThyroMobil-Projekt eine wesentliche Hilfe für
das Land dar. Dieses Projekt wird von Merck in Zusammenarbeit mit dem International
Council of Iodine Deficiency Disorders (ICCIDD) durchgeführt und vom
German Pharma Health Fund (GPHF), einer Initiative der forschenden Arzneimittelhersteller
in Deutschland, finanziell unterstützt.
In Indonesien stellen Jodmangelerkrankungen
ein bedeutendes Problem der Volksgesundheit dar. Deshalb will das ThyroMobil
die indonesische Bevölkerung über die gesundheitlichen Gefahren
des Jodmangels aufklären. Ziel des Projektes ist es, verläßliche
Daten zur Jodversorgung der Bevölkerung zu gewinnen.
Für P.T. Merck Indonesia
ist es deshalb eine große Ehre, der Ausgangspunkt für die Asienreise
des ThyroMobils zu sein. Der brandneue Van von Mercedes ist mit einem hochmodernen
Ultraschallgerät, einem Kühlschrank, einer Untersuchungsliege
sowie einer Klimaanlage ausgerüstet. Das mobile Labor zur Diagnose
von Jodmangelerkrankungen zieht seit Februar diesen Jahres die Aufmerksamkeit
der indonesischen Bevölkerung und insbesondere der Mediziner auf sich.
P.T. Merck Indonesia möchte von diesem öffentlichen Interesse
profitieren, um das Image des Unternehmens, besonders auf dem Gebiet der
Originalpräparate, zu stärken. Zahlreiche Aktivitäten in
der Öffentlichkeit wurden bereits durchgeführt und werden das
ThyroMobil-Projekt bis zum Ende begleiten.
Im Februar 1998 übergab
P.T. Merck Indonesia das ThyroMobil an das indonesische Gesundheitsministerium.
Laut Aussage des Ministeriums steht das ThyroMobil- Projekt im Einklang
mit dem staatlichen Programm zur Beseitigung von Jodmangelstörungen.
Die Verbreitung der Kropfbildung in Indonesien wird mit 27,7 % im Jahr
1990 als hoch eingestuft. Die Regierung will diesen Wert bis zum Jahr 2000
auf 10 % reduzieren. Die Erfassung und Auswertung der Verbreitung von Jodmangelerkrankungen
wurde bisher mit Hilfe der Tastmethode durchgeführt, die oft zu ungenauen
und fehlerhaften Ergebnissen führt. Aus diesem Grund ist das ThyroMobil
als "goldener Standard" ein nützliches Hilfsmittel zur Überprüfung
der vorherigen Studienergebnisse.
Prof. Djokomoeljanto von
der Diponegoro University in Semarang übernahm die wissenschaftliche
Leitung des Projektes. Der slowakische Arzt Dr. Jan Podoba, der umfangreiche
Erfahrungen während der europäischen ThyroMobil-Kampagne gesammelt
hatte, schulte die Ärzte, die diese Aufgabe in Indonesien erfüllen
werden. Diese Ärzte werden bei 8000 Schulkindern im Alter von 6 und
12 Jahren und zusätzlich bei 500 schwangeren Frauen Ultraschalluntersuchungen
durchführen und Urin-Jodausscheidungen messen. Darüber hinaus
sollen die Untersuchungen auch Ansatzpunkte für eventuell nötige
therapeutische Maßnahmen liefern. Das Projekt, das von Mitte März
bis Jahresende laufen soll, wird fünf der 27 Provinzen Indonesiens
abdecken (West- und Zentral-Java, Yogyakarta, Bali und West-Sumatra).
Linda Tanugraha
|