| Jodthyrox |
Euthyreote Struma des Jugendlichen, euthyreote Struma diffusa des Erwachsenen und in der Schwangerschaft sowie zur Rezidivprophylaxe nach Operation einer Jodmangelstruma.
Als Folge der stoffwechselsteigernden Wirkung von Levothyroxin können gelegentlich, vor allem zu Beginn der Behandlung, Tachykardie, Herzrhythmusstörungen und Tremor, Unruhe, Schlaflosigkeit, Hyperhidrosis, Gewichtsabnahme oder Durchfall auftreten. Die Tagesdosis sollte in diesem Fall reduziert oder die Medikation für mehrere Tage unterbrochen werden. Sobald die Nebenwirkung verschwunden ist, kann die Behandlung mit niedriger Dosierung wieder aufgenommen werden.
Bei Koronarinsuffizienz, Herzinsuffizienz, tachykarden Herzrhythmusstörungen, Diabetes mellitus, Hypophysen- bzw. Nebennierenrindeninsuffizienz oder Verdacht auf Autonomie der Schilddrüse, s. auch Ziff. 14, Sonstige Hinweise.
Die Einnahme von Colestyramin hemmt die Resorption von Levothyroxin-Natrium. Jodthyrox sollte deshalb 4-5 Stunden vor der Colestyramin-Applikation eingenommen werden.
Aluminiumhaltige Substanzen:
Bei gleichzeitiger Anwendung von Schilddrüsenhormonen und aluminiumhaltigen Substanzen (Antazida, Sucralfat) kann die Resorption von Jodthyrox vermindert sein. Aluminiumhaltige Substanzen soll-ten daher in einem zeitlichen Abstand von mindestens 2 Stunden nach Schild-drüsenhormonen eingenommen werden. Die Jodthyroxdosierung sollte durch Bestimmung des TSH-Spiegels kontrolliert werden.
Phenytoin, Salicylate, Furosemid, Clofibrat:
Phenytoin, Salicylate, hohe Dosen Furosemid (250 mg), Clofibrat und andere Substanzen können die Wirkung von Levothyroxin verstärken: Die intravenöse Gabe von Phenytoin kann zu erhöhten Konzentrationen der freien Schilddrüsenhormone führen und in Einzelfällen die Entstehung von Herzrhythmusstörungen begünstigen.
Cumarinderivate:
Medikamente zur Verminderung der Blutgerinnung können in ihrer Wirkung durch Jodthyrox verstärkt werden. Es sind deshalb zu Beginn der Therapie
mit Jodthyrox regelmäßige Kontrollen der Gerinnungsparameter erforderlich, ggf. kann eine Dosisreduktion des gerinnungshemmenden Medikamentes angezeigt sein.
Antidiabetka:
Levothyroxin kann bei Diabetikern zu einer Veränderung des täglichen Insulinbedarfs führen. Bei Beginn der Behandlung mit Jodthyrox sowie bei Veränderungen der Dosis ist in diesem Fall der Blutzuckerspiegel häufiger zu kontrollieren. Die Dosis des blutzuckersenkenden Medikamentes ist entsprechend anzupassen.
1/2 Tablette Jodthyrox täglich. Nach 2-4 Wochen wird die Dosis in Abhängigkeit vom Alter und Körpergewicht bzw. dem Bedarf des Patienten auf die Erhaltungsdosis erhöht.
Erhaltungsdosis:
Erwachsene und Jugendliche: 1 Tablette täglich. Während der Gravidität 11 1/2 Tabletten täglich.
Die Anwendung erfolgt für einige Monate bis lebenslang.
Je nach Ausmaß der Überdosierung wird eine Einnahmepause und Kontrolluntersuchung empfohlen. Symptome, die in verstärkten betasympathomimetischen Wirkungen wie Tachykardie, Angst, Agitiertheit, Hyperkinese bestehen, können durch Beta-Rezeptoren-Blocker gemildert werden. Bei extremen Dosen kann eine Plasmapherese hilfreich sein.
Eine ausreichende Jodzufuhr ist Voraussetzung für die körpereigene Synthese der Schilddrüsenhormone Trijodthyronin und Levothyroxin und damit auch für die normale Funktion und Morphologie der Schilddrüse. Darüber hinaus wird durch Kaliumjodid der Jodmangel substituiert, der ein entscheidender Faktor der Strumapathogenese ist.
Die akute Toxizität von Levothyroxin ist sehr gering. Bei Vergiftungsanfällen (Suizidversuch) beim Menschen wurden Dosen von 10 mg Levothyroxin komplikationslos vertragen. Mit ernsten Komplikationen wie Bedrohung der vitalen Funktionen (Atmung und Kreislauf) muß im allgemeinen nicht gerechnet werden, es sei denn, daß eine koronare Herzkrankheit besteht (s. auch Ziff. 12, Notfallmaßnahmen, ...).
Kaliumjodid kann als eine akut relativ untoxische Substanz charakterisiert werden.
Chronische Toxizität
Untersuchungen zur chronischen Toxizität von Levothyroxin wurden an verschiedenen Tierspezies (Ratte, Hund) durchgeführt. In hohen Dosen wurden Anzeichen einer Hepatopathie, erhöhtes Auftreten von spontanen Nephrosen sowie veränderten Organgewichten bei der Ratte gesehen. Beim Hund wurden keine wesentlichen Nebenwirkungen beobachtet. Mehrere Fälle eines plötzlichen Herztodes bei Patienten mit langjährigem Levothyroxin-Abusus sind beschrieben worden.
Tierexperimentelle Untersuchungen zur chronischen Toxizität von Kaliumjodid oder anderen Jodiden liegen nicht vor.
Reproduktionstoxizität
Schilddrüsenhormone passieren die Plazenta nur in unwirksam geringen Mengen. Nach Injektion von kleinen Dosen (bis 24 µg) von Levothyroxin in Hühnerembryonen war die Inzidenz von Strophosomie erhöht. Beim Menschen liegen vielfältige Erfahrungen mit der Therapie mit Levothyroxin in allen Phasen der Schwangerschaft vor: Es existieren keine Anhaltspunkte für eine toxische Einwirkung auf den Foeten oder für die Auslösung einer Mißbildung.
Erkenntnismaterial über Schädigungen der männlichen oder weiblichen Fruchtbarkeit liegt nicht vor. Es existieren keinerlei Verdachtsmomente oder Anhaltspunkte.
Mutagenität
Erkenntnismaterial zu diesem Punkt liegt nicht vor. Es haben sich bisher keine Verdachtsmomente oder Anhaltspunkte für eine Schädigung der Nachkommenschaft durch Veränderungen des Genoms durch Schilddrüsenhormone ergeben.
Kanzerogenität
Langzeituntersuchungen am Tier wurden mit Levothyroxin nicht durchgeführt.
Kaliumjodid besitzt keine biologisch relevante karzinogene Wirksamkeit.
Kaliumjodid besitzt keine biologisch relevante mutagene Wirksamkeit.
Schilddrüsenhormone erscheinen wegen der hohen Proteinbindung nur in geringen Mengen im Hämodialysat.
Eine Behandlung mit Schilddrüsenhormonen sollte insbesondere während der Schwangerschaft und Laktation konsequent durchgeführt werden. Eine Gefahr für den Foetus ist bisher trotz umfangreicher Anwendungen während der Gravidität nicht bekannt geworden. Die während der Laktation selbst bei hochdosierter Therapie mit Levothyroxin in die Muttermilch sezernierte Schilddrüsenhormonmenge reicht zur Entwicklung einer Hyperthyreose oder Suppression der TSH-Sekretion beim Säugling nicht aus.
Koronarinsuffizienz, Herzinsuffizienz, tachykarde Herzrhythmusstörung:
Vor einer Schilddrüsenhormontherapie ist eine Koronarinsuffizienz zu behandeln. Die Jodthyrox-Therapie sollte in niedriger Dosis eingeleitet und in größeren Zeitabständen langsam gesteigert werden.
Auch eine leichtere Hyperthyreosis factitia ist bei Koronarinsuffizienz, Herzinsuffizienz oder tachykarden Herzrhythmusstörungen unbedingt zu vermeiden. In diesen Fällen sind häufigere Kontrollen der Schilddrüsenhormonparameter durchzuführen.
Diabetes mellitus:
Da Schilddrüsenhormone die Glukoseresorption sowie Insulinsekretion und empfindlichkeit beeinflussen, ist der Blutzuckerspiegel in der Initialphase der Behandlung mit Jodthyrox regelmäßig zu kontrollieren und bei Veränderung die Dosierung des blutzuckersenkenden Medikamentes entsprechend anzupassen.
Hypophysen- bzw. Nebennierenrindeninsuffizienz:
Bei einer durch eine Erkrankung der Hypophyse verursachten Schilddrüsenunterfunktion ist zu klären, ob gleichzeitig eine Nebennierenrindeninsuffizienz vorliegt. Diese müßte ggf. vor Einleitung einer Schilddrüsenhormontherapie behandelt werden.
Schilddrüsenautonomie:
Autonomien in der Schilddrüse sind durch eine gezielte Diagnostik vor Beginn der Therapie mit Jodthyrox auszuschließen.
100 Tabletten N3.
64271 Darmstadt
Telefon: (0 61 51) 72-0.